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08.02.2018

Schnell, regelmäßig, stündlich - ein effizientes Bussystem für den gesamten Landkreis

Kreisrat Dr. Christian Fiedler stellt das Buskonzept der ÖDP vor.

15 getaktete Buslinien für den Landkreis FS

Wohnen im Ländlichen Raum attraktiver gestalten und der daraus resultierende steigende Mobilitätsbedarf – das sind die großen Herausforderungen unserer Zeit.

Und das –wo das konventionelle Denken einer „autogerechten Welt“ längst vielerorts in die planerische Sackgasse geführt hat.

Verkehrsplaner auf allen Ebenen plädieren daher immer deutlicher für eine klare Fokussierung auf den die beiden Verkehrsträger Fahrrad und Öffentlichen Personen Nah Verkehr (ÖPNV).

Letzteres war das zentrale Thema des Bürgerstammtisches der Ökodemokraten am vergangenen Mittwoch im alten Gefängnis. Der langjährige ödp Kreisrat Dr. Christian Fiedler stellte dabei das ÖPNV-Konzept der ödp der für den Freisinger Landkreis vor, welches bereits 2012 erarbeitet wurde und so im wesentlichen noch heute gültig ist. Kerninhalt:

Mit 15 getakteten Buslinien könnte man im Landkreis Freising jede Ortschaft mit mindestens 400 Einwohnern im Stundentakt von 5 bis 23 Uhr täglich bedienen, im Schüler- und Berufsverkehr sogar halbstündlich.

„Wenn eine Buslinie regelmäßig und zuverlässig fährt“, erläutert Dr. Fiedler „dann wird sie auch angenommen.“ Den Beweis dafür liefert das bestehende Bussystem in der südlichen Landkreishälfte:

In Freising, Eching, Neufahrn, Hallbergmoos, wo die Busse ganztägig eng getaktet fahren, ist die Auslastung um ein Vielfaches höher und die Linien haben einen guten Kosten/Nutzen-Faktor.

Sollte man aber nicht einfach nur das bestehende Bussystem optimieren?, so die Frage eines anwesenden Zuhörers. Christian Fiedler erklärt anschaulich, dass „Herumdoktern“ am bestehenden System keinen Sinn hat, da hier speziell im nördlichen Landkreis „Hopfen und Malz“ verloren seien. Es brauche schon den „Mut zu einer Vision“, den „großen Wurf“ eben. Das von der ödp favorisierte Konzept jedoch nur teilweise umzusetzen, würde dazu führen, dass Systemhaltestellen und Knotenpunkte nicht im Trakt bedient werden könnten und mit den drei Kerneigenschaften Schnelligkeit, Zuverlässigkeit, Effizienz eben auch die Attraktivität auf der Strecke bliebe. Auch auf die Frage der Kosten hatten die ödp Politiker eine überzeugende Antwort parat. Kreisrat Helmut Priller wörtlich: „Im Vergleich zu dem Betrag im mittleren 2-stelligen Millionenbereich, den der Landkreis jährlich für Straßenbau ausgibt, sprechen wir hier tatsächlich nur von Peanuts“. Ein modernes, integrales System ermögliche nämlich einen effizienten Bus-Umlauf und steigere gleichzeitig die Zahl der zahlenden Fahrgäste derart, so dass man mittelfristig mit etwa zwei Millionen Euro zusätzlich im Jahr auskommen könnte. Zur zusätzlichen Attraktivitätssteigerung sollen Busse und Haltestellen dabei mit elektronischen Anzeigetafeln ausgestattet werden, welche über jeweils die nächsten Bus- und Anschlussverbindungen (auch im Schienenverkehr) „in Echtzeit“ informieren. Man müsse sich jetzt eben entscheiden, ob man ein veraltetes, völlig unzureichendes und ineffizientes System gegen ein modernes und rundum attraktives Konzept tauschen will, so Dr. Fiedler. „Machbar ist es“, davon ist der ÖDP Kreisrat überzeugt und plädiert im gleichen Atemzug dafür, unverzüglich mit der Planung zu beginnen.

 

Kategorie: Kommunalpolitik, Freising