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Aus für Flughafen-Transrapid ist eine Chance

Neufahrn / Freising - Mit großer Erleichterung reagierten jetzt die Ökodemokraten im Landkreis auf das am heutigen Donnerstag verkündete Aus für den Flughafen-Transrapid. "Heute ist definitiv ein guter Tag für den Landkreis", kommentierte der frisch gewählte Neufahrner Gemeinderat und ödp-Verkehrsexperte Florian Pflügler jetzt die Neuigkeit. Dabei sei man bei der ödp nicht grundsätzlich gegen die Magnet-Schwebe-Technik, die vorliegende Planung als Nahverkehrsmittel zum Flughafen und als "Pusher für die 3. Startbahn" sei jedoch aus wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Erwägungen, aber auch umweltpolitisch völlig untragbar gewesen. Pflügler wörtlich: "Schade, dass für dieses - von Anfang an zum Scheitern verurteilte - Projekt schon so viele Steuer-Millionen verpulvert wurden." Geld, das man viel besser in vernünftige Nahverkehrs-Projekte in der Region investieren hätte können. So sei beispielsweise die Bahnstrecke München-Neufahrn-Freising seit Jahren völlig überlastet und stark ausbaubedürftig: Doch obwohl die Strecken praktisch aller anderen Münchner S-Bahn-Linien schon 4-gleisig ausgebaut seien oder dafür gerade Projekte liefen, gäbe es für die Freisinger Strecke - wegen der offenen Transrapid-Frage - bislang nicht einmal eine Planung.

"Höchste Zeit, dass der Freistaat diese Aufgabe jetzt mit den frei gewordenen gut 500 Mio. Euro endlich in Angriff nimmt", ergänzt Pflüglers ödp-Kollege und Freisinger ödp-Stadtrat Ulrich Vogl. Denn seitdem die S1 zusätzlich als Flughafen-S-Bahn über Neufahrn fungiere, sei sie ständig verspätetet und daher käme mittlerweile im gesamten Landkreis auch kein Regionalzug mehr pünktlich an. Das bisherige Krisenmanagement hingegen überzeugt die Ökodemokraten nicht: Während bis in die neunziger Jahre die Regionalexpresszüge zwischen dem Münchner Hauptbahnhof und Freising in 21 bis 24 Minuten verkehrten, wurden die Fahrpläne im letztem Dezember bei vielen Zügen ­ ohne zusätzlichen Zwischenhalt - auf bis zu 30 Minuten "gestreckt". Vogl wörtlich: "Das ist zwar konsequent, weil wegen der Überlastung insbesondere in den Stoßzeiten praktisch kein Zug mehr ohne 5 bis 10 Minuten Verspätung am Ziel ankommt." Andererseits seien die Kapazitätsprobleme schon über 10 Jahre bekannt ­ ohne dass bislang darauf ernsthaft reagiert wurde. Konkret fordern die Ökodemokraten nun den Bau eigener S-Bahn-Gleise zwischen der Münchner Stammstrecke und Freising und dabei vordringlich im Abschnitt Oberschleißheim - Neufahrn sowie - im Rahmen des Erdinger S-Bahn-Ringschlusses über die Neufahrner Gegenkurve - weiter nach Freising.

Dies käme, wie Florian Pflügler weiter ausführt, letztendlich auch den direkten Anliegern zugute, die sich schon seit Jahrzehnten in einer engagierten Bürgerinitiative um den Schallschutz bemühen. Denn es gehe bei dieser Maßnahme vorrangig nicht um eine Erhöhung der Zugfrequenz, sondern um die Wiederherstellung der Zuverlässigkeit dieser Strecke. Damit verbunden seien jedoch zwingend aktive Schallschutzmaßnahmen, was für die betroffenen Anwohner deutliche Lärmreduzierungen zur Folge habe.

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