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Fadenscheinige Erklärungen in Sachen Biomasse-LKW-Transporte

Als "nach wie vor unbefriedigend" sehen die Ökodemokraten im Landkreis die Situation der massiven LKW-Transporte zwischen Garching und dem Biomassekraftwerk in Anglberg an. Nachdem sich die ödp-Kreisräte Jörg Kästl und Dr. Christian Fiedler in dieser Sache kürzlich mit einer Bitte an den amtierenden Landrat Manfred Pointner gerichtet hatten, er solle einen Umweltgipfel zur baldigen Klärung der Sache im Sinne einer Verlagerung auf die Schiene einberufen, gibt man sich bei führenden Vertretern der Partei jetzt erstaunt über die jüngsten Äußerungen des CSU-Kreisvorsitzenden Herrmann dazu. Dieser hatte letzte Woche in der Presse erklärt, die Gemeinde Eching und ihren Bürgermeister Josef Riemensberger träfe keine Schuld daran, dass der Schienentransport bislang nicht zustandegekommen sei.

Die Freisinger ödp-Stadträtin und Kreistagskandidatin Christine Knoll konterte diese Behauptung jetzt: ,,Als einzige Landkreisgemeinde ist Eching gegen einen möglichen Schienentransport gerichtlich vorgegangen und hat ihn damit definitiv zu Fall gebracht!" Auch Herrmanns Aussage selbst, die Gemeinde Eching habe ja nicht gegen den Sofortvollzug geklagt, sondern "nur" gegen die eisenbahnrechtliche Genehmigung, ist lächerlich. Denn ohne gesicherte Planfeststellung seien die notwendigen Investitionen in die Gleisanlagen für die Unternehmen nicht machbar gewesen. Hier werde offensichtlich seitens der CSU gezielt versucht, das gegenüber den übrigen Landkreisgemeinden höchst unsolidarische Verhalten ,,schön zu reden", weil der mitverantwortliche Bürgermeister jetzt Landrat werden wolle. Viel hilfreicher, so Frau Knoll weiter, wäre es indes, wenn sich Herr Riemensberger persönlich jetzt klar und deutlich für eine sofortige Verlagerung der rund 60 LKW-Fahrten täglich auf die Bahn aussprechen würde. "Doch darauf warten wir bislang vergebens!", so das Resümee der Freisinger Stadträtin.

Die Spitzenkandidatin der Neufahrner ödp, Martha Abel berichtet unterdessen, dass ödp-Aktive auch Mitte Januar noch Lastzüge mit dem für den Biomassetransport nach Anglberg typischen Aufbau in der Neufahrner Ortsdurchfahrt der St2053 beobachtet haben. Schon im Dezember wollte Riemensberger das Problem mit den täglich 60 LKW Fahrten durch zahlreiche Landkreisgemeinde klein reden. Denn über die Presse verkündete er, der Altholzlieferant sei durch den Kraftwerksbetreiber angeblich verpflichtet worden, die LKW-Transporte im Bereich der Gemeinden Eching und Neufahrn von der Staatsstraße auf die Autobahn zu verlagern. Auch deshalb wenden sich die Ökodemokraten jetzt mit einem offenen Brief direkt an Riemensberger. "Wir wollen zusätzlichen Schwung in die Sache bringen, damit sich endlich etwas bewegt ­und zwar über die Bahngleise!", so Frau Abel. Die ödp-Politikerinnen bitten darin den CSU-Landrats-Kandidaten, "sich nun klar und ohne Vorbedingung" für einen Transporte auf der Schiene auszusprechen und begründen ihre Forderung mit den schädlichen Auswirkungen der LKW-Transporte. Dabei sei man bei der ödp durchaus gespannt, ob Riemensberger dieses Mal persönlich Stellung nehmen wird, oder aber wieder "seinen Kreisvorsitzenden vorschickt".

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