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Höhepunkt der ödp-Aktionswoche "Atomrisiko"

Prof. Klaus Buchner spricht im Gasthof zum Löwen über Hintergründe der Atom-Nutzung

Freising - Anlässlich der 23. Wiederkehr des Tschernobyl-Jahrestags beendet die Freisinger ödp die Aktionswoche "Atomrisiko" nun mit einem Vortrag ihres Bundesvorsitzenden im Freisinger Gasthof zum Löwen, Landshuter Straße 66. Unter dem Titel "Atomkraft ­ Ausweg oder Irrweg" wird der renommierte Kernphysiker Buchner tiefgehende Einblicke in die Atomwirtschaft, angefangen vom Uranabbau über Sicherheitsrisiken bis hin zur ungelösten Entsorgungsfrage geben.

Für den Kreisvorsitzenden der ödp, Ulrich Vogl, ein ganz besonderes Ereignis. Vogl wörtlich: "Als 16-Jähriger verspürte ich Ende April 1986 erstmalig in meinem Leben so etwas wie tiefgehende Angst und konnte angesichts der unsicheren Lage in Tschernobyl mehrere Tage nicht schlafen." Damals, so Vogl weiter, sei er jedoch noch überzeugter Befürworter der Atomenergie gewesen. Erst die detaillierte Beschäftigung mit der Thematik und ihren Problemen in den Folgejahren hätte ihn dazu gebracht, diese "durch und durch menschenverachtende und überflüssige Technologie" heute vollends abzulehnen. Professor Buchner hatte mit seinen fundierten und sachlichen Vorträgen während der letzten 20 Jahre einen erheblichen Anteil daran.

Wie Vogl weiter ausführt, habe die Generation der unter 30-Jährigen die Tschernobyl-Katastrophe und das damit verbundene unendliche Leid nicht mehr selbst aktiv mitbekommen und laufe deshalb Gefahr, den "Lügen und Halbwahrheiten" der Atomindustrie zu glauben. Professor Buchner hingegen werde in seinem Vortrag auf überzeugende Weise darlegen, warum verlängerte Laufzeiten der Kernkraftwerke keine Lösung zum CO2-Problem darstellen und welche sonstigen Probleme sich die Menschheit damit einhandeln würde.

Letztendlich gehe es bei der jetzt von "Schwarz-Gelb" angestoßenen Laufzeitverlängerungs-Debatte ausschließlich um finanzielle Interessen der Atom-Industrie, so Vogl. Einer Industrie, die in den vergangenen 50 Jahren weltweit einerseits Billionen-schwere staatlicher Subventionen eingesteckt, andererseits mit ihrem rücksichtslosen und nicht kontrollierbaren Atombetrieb tausende Quadratkilometer Land verseucht und unzählige Menschen in tiefes Leid gestürzt habe und das Entsorgnungsproblem noch immer vor sich herschiebe. Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr. Für Vogl und die Ökodemokraten im Landkreis Freising, wäre es ein großes Anliegen, wenn am kommenden Dienstag besonders auch die jüngere Generation starke Präsenz zeigen würde.

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