Macht macht Umwelt kaputt“ - Bericht über den Vortrag von Jörg Bergstedt

Haupttenor des Vortrags von Umweltaktivist Jörg Bergstedt bei der Veranstaltung des ÖDP- Kreisverbandes in Landersdorf (Landkreis Erding) war die Behauptung, dass Umweltschutz dann letztendlich nicht funktionieren kann, wenn hierarchische und nicht demokratische Machtverhältnisse entscheiden.

Die Tragik in der Geschichte der Umweltorganisationen sei, dass sie sich bei der Verfolgung richtiger Ziele immer mit Konzernen oder Strukturen verbündet hätten, die Umweltverschmutzung hervorrufen.

Der Referent, der besonders durch seinen Kampf gegen die Agrogentechnik bekannt wurde, entfachte durch seine Thesen schnell eine angeregte Diskussionsrunde. Für ihn ist aber nicht nur die prinzipielle Möglichkeit Dinge umzusetzen wichtig, sondern dass die Betroffenen auch selbst bestimmen können, wer die jeweils positiven und negativen Folgen von Entscheidungen zu tragen hat.

Deutschland beziehe z.B. Rohstoffe aus sehr vielen Ländern. So komme die Kohle für die deutschen Steinkohlekraftwerke großenteils aus Kolumbien. Das bedeute, die gesamten negativen Folgen des Steinkohleabbaus werden in ferne Länder verlagert, ohne dass die betroffenen Menschen dort darüber bestimmen könnten, ob und wie umweltfreundlich der Abbau zu erfolgen habe.

Auch in Deutschland sei versäumt worden, die Machtfrage zu stellen. Am Beispiel Energiewende zeige sich deutlich, dass zum Erfolg nicht nur andere Energieanlagen sondern vor allem andere Machtverhältnisse wichtig seien, z.B. durch Genossenschaftsmodelle, bei denen die Menschen selbst mehr Herrschaft über ihr Handeln bekämen.

Als besonders tragisches Beispiel schilderte Bergstedt, was im Bereich Klimaschutz passiert sei: „Durch die Möglichkeit des Erwerbs von Emissionszertifikaten haben die Industrienationen die Berechtigung gekauft, die Umwelt zu verschmutzen“.

Stattdessen wäre es nötig gewesen, jedem Menschen unveräußerlich aber verleihbar für eine Zeit das Recht zum Verbrauch von CO2 zuzugestehen.

Bergstedt tritt für eine herrschaftsfreie Gesellschaft ein und plädierte leidenschaftlich dafür, die Machtfrage bei allen umweltrelevanten und sozialen Aktionen mit  zu integrieren. Für ihn wäre dies die einzige Möglichkeit vom schädlichen, rein kapitalistischen Handeln wegzukommen. Nur so könne seiner Meinung nach der in der Diskussion angeprangerten, ständig zunehmenden Kommerzialisierung aller Lebensbereiche etwas entgegengesetzt werden.


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