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Jetzt sind die großen Bäume in Oberhausen offiziell geschützt

Bäume erfüllen in jedem Ort gestalterische, klimatische und ökologische Funktionen und bieten eine Lebensgrundlage für verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Sie sind für das Wohlbefinden von Einwohnern und Besuchern unverzichtbar. Bäume verbessern das Kleinklima und wirken insb. an heißen Sommertagen kühlend.

Bäume erfüllen in jedem Ort gestalterische, klimatische und ökologische Funktionen und bieten eine Lebensgrundlage für verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Sie sind für das Wohlbefinden von Einwohnern und Besuchern unverzichtbar. Bäume verbessern das Kleinklima und wirken insb. an heißen Sommertagen kühlend.

Nachdem der Bund Naturschutz kurz nach den Kommunalwahlen die Ergebnisse einer Befragung bayerischer Kommunen zum Baumschutz veröffentlicht hatte, griff die ÖDP das Thema auf und stellte den Antrag zu einer Verordnung nach Huglfinger Vorbild. Dort ist man zufrieden mit der inzwischen seit 14 Jahren gültigen Regelung. „Wenn es die Verordnung nicht gäbe, wäre es nicht so grün in Huglfing“ wird Bürgermeister Huber zitiert. In der Oberhauser Gemeinderatssitzung zeigte Andreas Reichel zwei Fotos des alten Oberhauser Ortskernes (um die Kirche) von 2005 und 2020 (siehe Anlage). Der große Unterschied des Ortsbildes durch die Bäume ist deutlich sichtbar.

Bäume sind, neben den Baukörpern, der wichtigste Bestandteil zur Ortsbildgliederung und Ortsbildpflege.

In einem Bebauungsplan werden, neben Dachneigung und Firstrichtung, z.B. die sichtbare Höhe von Stützmauern (max. 0,5m) und viele andere Details vorgegeben. Aber Pflege und Schutz eines deutlich sichtbaren, z.B. 10m hohen Laubbaumes mit ca. 10m Kronendurchmesser sind nirgends geregelt.

Wobei so eine Verordnung niemanden gängelt und nichts blockiert. Es ist in erster Linie ein Ausdruck von Gestaltungswillen des Ortsbildes. So wie Bürgermeister und Gemeinderat einen Bebauungsplan oder ein Baugesuch begleiten und seine Auswirkung auf das Ortsbild diskutieren, werden nun eben auch die großen Bäume in die Entscheidungen einbezogen.

Wie in all den anderen Gemeinden steht auch in Oberhausen der Dialog mit den Eigentümern an erster Stelle. Mit dem Ziel, jeden Einzelfall individuell zu prüfen und im Sinne eines guten Miteinanders einen Kompromiss zu finden.

Die ÖDP hatte beantragt, zur Steigerung der Akzeptanz bei den Bürgern eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde bei Kontrolle und ggf. Pflege von erhaltenswerten Bäumen in Privateigentum mit aufzunehmen. Denn die Verkehrssicherungspflicht bei Bäumen am Straßenrand kann meistens durch die fachkundige Begutachtung (sog. Visual Tree Assessment) erfüllt werden. So wie das eben die Gemeinde bei ihren eigenen Bäumen an Straßen- und Wegrändern durchführt. Damit würde klar signalisiert, dass der Austausch mit den Bürgern Vorrang hat und diese bei aufkommenden Problemen nicht alleine gelassen werden. Leider wurde dies nicht in den Beschluss übernommen.

Jede Kommunalverwaltung, die für das Gemeinwohl arbeitet, weiß: Große alte Bäume sind komplexe „Biotope“ und beherbergen eine Vielzahl an Kleinlebewesen, Flechten, usw., bis hin zu geschützten Vogelarten. Sie sind für den Erhalt der Artenvielfalt und damit unserer Lebensgrundlagen unerlässlich.

 

Gez. 02.11.2020, Andreas Reichel (Gemeinderat Oberhausen)

Bild vom 29. Mai 2005 (AR)

Bild vom 23. August 2020 (AR)


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